Chile – Von der Atacamawüste bis Patagonien

Naturerlebnis Costa Rica


Chile – Von der Atacamawüste bis Patagonien

Der Lago Chungará ist einer der höchstgelegenen Seen der Welt (4566 m) und gehört zum Nationalpark Lauca. Dieser Nationalpark wurde 1970 zum Schutze der Vogelwelt geschaffen und umschließt auf rund 1400 km2 eine wunderschöne Vulkan- und Altiplano-Landschaft. Mit „Altiplano“ bezeichnet man eine 170.000 km2 große Ebene im Hochgebirge von Bolivien, Peru und Chile. In durchschnittlich 3600 Meter Höhe ist es kalt und trocken und dennoch zieht es viele Menschen in diese Gegend. Obwohl Flamingos oft für Vögel tropisch-warmer Regionen gehalten werden, sind sie vor allem auf der Südhalbkugel der Erde auch in gemäßigten und kalten Zonen zu finden. Auch hier am Lago Chungará fühlen sich diese Tiere wohl.
Größere indianische Gruppen leben nur noch im Süden und Norden des Landes. Im Süden sind es etwa 600.000 Mapuche-Indianer, im Norden rund 50.000 Aymaras und 20.000 Atacamenos. Mapuches und Aymaras sprechen neben dem Spanischen noch ihre eigenen Sprachen. Der Vulkan Parinacota (im Bildhintergrund) gehört zu den beliebtesten Bergzielen Nordchiles und befindet sich zwischen Chile und Bolivien im Gebiet der Atacama-Wüste, in der West-Kordillere der Zentral-Anden. San Pedro de Atacama – eine Oase auf 2443 m – liegt am nördlichsten Rand des Salar de Atacama, einer großen Salzablagerung in der Atacamawüste. Das Wasser für diesen grünen Fleck in der Wüste liefert der Rio San Pedro, der, aus den Anden kommend, unmittelbar hinter dem Ort im Salar de Atcama versickert.
Die Kirche von San Pedro de Atacama ist eine der ältesten in Chile, errichtet aus luftgetrockneten Lehmziegeln, auffällig ist ihre Dachkonstruktion aus Kaktusholz, die mit Lederriemen anstelle von Nägeln oder Holzdübeln zusammengehalten wird.
Rund 17 Kilometer von der Stadt San Pedro de Atacama entfernt erstreckt sich das Valle de la Luna – „Tal des Mondes“ – als Teil der Atacama-Wüste nahe dem Vulkan Licancabur. Das vegetationslose Gebiet erinnert an die Oberfläche des Mondes, daher auch dieser Name. Von einer Düne aus ergibt sich bei Sonnenuntergang ein bezaubernder Blick auf die rötlich schimmernden Felsklippen. Die Trockenheit in Verbindung mit den hohen Tages- und den niedrigen Nachttemperaturen läßt kaum Vegetation zu.
Die Straße von Antofagasta nach Calama wird von Dutzenden verlassenen Salpeterminen gesäumt. Das beste Zeugnis des einstigen Industriebooms in der Atacamawüste ist die Salpeterstadt Chacabuco. Hier wurden pro Monat 15000 Tonnen des Minerals gewonnen und bis zu 7000 Arbeiter und ihre Familien lebten in den Barackensiedlungen. 1938 wurde die Produktion jedoch eingestellt, Chacabuco verödete. 1973/74 nutzte die Militärjunta die Baracken als Lager für politische Gefangene, größtenteils Intellektuelle aus ganz Chile.
Seit 1992 ragt an der Panamericana, 70 Kilometer südlich von Antofagasta, die 11 Meter hohe Eisen- und Zementskulptur „Mano del Desierto“ von Marion Irarrázabal aus dem Sand der Atacama-Wüste. Die „Wüstenhand“ soll mahnen, mit der Umweltzerstörung aufzuhören, ehe die Erde gänzlich zu einer Wüste wird.
Der Nationalpark „Parque Nacional Pan de Azúcar“ – bedeutet Zuckerbrot – liegt 30 km nördlich von Chanaral und ist wegen seiner relativen Artenvielfalt so bedeutend. Über 20 Kakteenarten kommen in dieser Gegend vor. Die nötige Feuchtigkeit zum Überleben erhalten diese durch die camanchaca, den aufsteigenden Küstennebel, der sich hier niederschlägt.
Das Valle de Elqui liegt am Rand der Atacama-Wüste. In dieser fruchtbaren Gegend gedeihen neben den Trauben für den Nationaldrink der Chilenen, den Pisco, auch Papayas, Zitrusfrüchte und Avocados. Durch den Rio Elqui, der Gletscherwasser aus der Kordillere bringt, ist das Tal eine grüne Oase in der Halbwüste.
„Huelén“ – ein Wort aus der Sprache des Picunche-Volkes – bedeutet etwa „Schmerz“ oder „Schwermut“. So hieß in der Sprache der Ureinwohner ein Hügel, den die spanischen Eroberer als Aussichtsplattform nutzten und später umbenannten in „Cerro Santa Lucia“. Er wurde zur Keimzelle der Hauptstadt Santiago. Seit dem 19. Jahrhundert wird der Ort als Stadtpark genutzt, als grüne Lunge und Oase der Ruhe inmitten der Hektik der Millionenstadt.
Die ehemalige Münzprägeanstalt Chiles wurde bekannt als der chilenische Präsidentenpalast. Sie war Schauplatz des Militärputsches vom 11. September 1973 gegen Salvador Allende durch den General und späteren Diktator Augusto Pinochet.
Villarica ist ein 2.840 m hoher aktiver Vulkan in Chile, der in der an Argentinien grenzenden Region Araucania liegt.
Frutillar ist eine Stadt im Süden Chiles, die von deutschen Einwanderern 1856 gegründet wurde, liegt am Westufer des Lago Llanquihue. Blickt man von Frutillar auf die gegenüberliegende Seeseite, dann erkennt man den mächtigen Volcán Osorno.
Mit dem Fährschiff von Puerto Montt nach Puerto Natales in 4 Tagen ist eine beliebte Form, in den extremen Süden Chiles zu gelangen und sich dem Nationalpark Torres del Paine zu nähern. Auf dem Landweg ist das nicht möglich, außer man reist durch Argentinien. Das Schiff verläßt Puerto Montt und durchquert den ruhigen Golf de Ancud, der von den Inseln des Chiloé-Archipels geschützt wird. Nachdem man den Canal Moraleda passiert hat, geht es hinaus in den Golfo de Penas, den einzigen Bereich offenen Meeres, wo es manchmal stürmisch sein kann. Bereits nach wenigen Stunden kehrt das Schiff wieder in den Schutz der Kanäle zurück. Weiter geht es durch die Canales White, Sarmiento und Concepción, um am Morgen des vierten Tages Puerto Natales zu erreichen.
Nationalpark Torres del Paine, Los Cuernos
Der Perito-Moreno-Gletscher ist Teil des Campo de Hielo Sur, eines riesigen kontinentalen Gletschergebietes in den Südamerikanischen Anden. Er befindet sich in Patagonien im Südwesten Argentiniens und mündet in den Lago Argentino. Benannt wurde der Gletscher nach Perito Moreno, einem Erforscher Patagoniens. Eine Besonderheit des Perito-Moreno ist, daß er einer der wenigen bekannten Gletscher außerhalb der Antarktis und Grönlands ist, der noch kontinuierlich wächst.
Der Upsala-Gletscher ist der größte Gletscher von Südamerika
Robert Fitz Roy, der Kommandant des Forschungsschiffes Beagle, gab dem Monte Fitz Roy, dem höchsten Gipfel Südpatagoniens, seinen Namen.
Wie ein Rückgrat durchziehen die Anden den südamerikanischen Kontinent, eine Welt voller Kontraste und archaischer Schönheit.



Naturerlebnis Costa Rica

Für Naturliebhaber gibt es kaum einen besseren Ort als Costa Rica, das seine Naturschutzgebiete gleichzeitig als den wertvollsten Schatz seines Landes würdigt. Mehr als zehn Prozent des gesamten Landes - das sind immerhin über 5000 km² - sind Nationalparks und Naturschutzgebiete.

Hauptmerkmal von Costa Rica sind die Berge, doch die 51.000 Quadratkilometer Fläche umfassen noch eine Vielzahl weiterer Landschaftstypen und Klimagebiete. Das Land, am unteren Zipfel Mittelamerikas gelegen, bildet mit Panama eine Brücke zwischen zwei grundverschiedenen Kontinenten, ein "biologischer Korridor", eine Übergangsregion, in der sich ökologische Systeme des nördlichen wie des südlichen Halbkontinents und auch der karibischen Inselwelt begegnen. Hohe Gebirgsketten, die Cordilleras, trennen die dem Pazifik zugewandte Seite von der Karibikküste. Die Cordillera Central umfasst allein vier Vulkane: Poás, Barva, Irazú und Turrialba.

Wir sind mit unserem Mietwagen in der Zentralregion in nordwestlicher Richtung unterwegs zum Nationalpark Vulkan Poás, einem 5600 Hektar großen Naturschutzgebiet auf 2000 bis 2700 Metern Höhe.

Der aktive Krater des Poás im Zentrum des Nationalparks ist einer der schönsten aktiven Vulkane des amerikanischen Kontinents und ist über eine Straße erreichbar. Gelegentlich zeigt sich seine Aktivität in Form von Gasen, Dämpfen und geysirähnlichen Eruptionen.

Optimale Lagen in 600 bis 1500 Metern garantieren beste Qualität für den Hochlandkaffee in Costa Rica. Anders als in Brasilien bieten das Fehlen von Frost und ein exzellenter, nährstoffreicher Boden günstigste Voraussetzungen für den Anbau. Der bis zu drei Meter hohe, immergrüne Kaffeestrauch trägt zwei Mal jährlich rote, beerenähnliche Früchte. Sie hängen in dichten Trauben und müssen deshalb mit der Hand geerntet werden, da die einzelnen "Kirschen" zeitlich versetzt reif werden.

Auf diese Weise kann sich die Ernte über sechs Wochen hinziehen. Die roten Bohnen werden auf großen Freiflächen tagelang in der Sonne getrocknet und dabei immer wieder gewendet. Aufwändige Kaffeeproduktion Bis endlich die braune Bohne auf dem Tisch liegt, gehen 80 Prozent vom ursprünglichen Erntegewicht verloren. Das bedeutet, dass für 500 Gramm gerösteten Kaffees die fünffache Menge geerntet werden muss. Im Ort Barva de Heredia haben Besucher die Möglichkeit, in einer Kaffeeplantage den Verarbeitungsprozess zu beobachten.

Die Vulkane Costa Ricas sind Teil einer langen Kette, die sich wie eine Schnur von Nordkalifornien bis Südchile an der Pazifikküste entlangzieht. Auf einer Serpentinenstraße überwindet man einen Höhenunterschied von etwa 2000 Metern hinauf zum Vulkan Irazú. Wir nähern uns auf einer löchrigen Asphaltstraße dem Hauptkrater. Dieses Gebiet wurde 1955 zum Nationalpark erklärt und umfasst insgesamt vier Krater.

Der Vulkan spielt eine tragende Rolle im Gewässersystem des Landes. Beinahe täglich entladen sich an seinen Berghängen die vom Atlantik kommenden Wolken. Dadurch entsteht ein enormer Wasservorrat, der das Irazú-Massiv zur "Mutter" von vielen Flüssen werden lässt. Der Name des Vulkans geht auf zwei indianische Wörter zurück: Ara bedeutet Punkt, Tzu der Donner. Der Donnerpunkt ist mit 3432 Metern der höchste aktive Vulkan des Landes. Seine nachweislich dokumentierten Ausbrüche führen bis in das Jahr 1723 zurück, die letzten Ausbrüche gab es in den Jahren 1962 bis 1965.

In Cartago, der ehemaligen Hauptstadt Costa Ricas, besuchen wir im Zentrum die Basilica de Nuestra Señora de Los Angeles, die Kirche Unserer Jungfrau von den Engeln - hier schlägt das religiöse Herz des Landes. Am 2. August jeden Jahres ziehen Tausende von Gläubigen aus allen Landesteilen und aus Nachbarländern in tagelangen Prozessionen zu Ehren der Nationalheiligen, der "Negrita", nach Cartago. Seit der spanischen Kolonisation ist Costa Ricas Bevölkerung stark vom römisch-katholischen Glauben geprägt.

Anstelle der Straßen treten Lagunen Im Küstenstreifen nördlich von Puerto Limón gibt es keine Straßen mehr, das weite Sumpfgebiet der Region verhinderte deren Bau. An ihre Stelle treten Lagunen und Flüsse, die erst in den siebziger Jahren durch Kanäle miteinander verbunden wurden, um den Bewohnern der Region die gefährliche Fahrt über den hier stürmischen Atlantik zu ersparen. Bereits die Anreise zum Tortuguero-Nationalpark erfolgt durch die parallel zum Meer verlaufende Laguna de Tortuguero und durch die schmalen Kanäle, in denen sich die Ufervegetation links und rechts des Gewässers beinahe berührt.

Costa Rica hat sich nach Ecuador zum zweitgrößten Bananenexporteur der Welt entwickelt. Die Früchte können das ganze Jahr über geerntet werden, da jede Pflanze ihren eigenen Rhythmus hat. Sie benötigen sehr viel Wasser, das an der Atlantikseite zwar in ausreichenden Mengen vorhanden ist, in den von der Trockenzeit abhängigen Anbaugebieten der Pazifikseite jedoch müssen die Pflanzen künstlich bewässert werden.

Costa Rica - "Reiche Küste" - so taufte Christoph Kolumbus das Land einst wegen der hier vermuteten, aber nie gefundenen Goldschätze. Für die in den Bananenplantagen beschäftigten Frauen und Männer, welche im Akkord bei Temperaturen um 35 Grad Celsius und bei 90 Prozent Luftfeuchtigkeit um einen Monatslohn von 170 US-Dollars schuften, ist Reichtum allerdings ein Fremdwort.